Weniger Energiekosten durch energetische Sanierung

Kai
Energetische Sanierung
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Energie sparen ist angesichts der in den letzten Jahren explodierenden Preise für Strom, Gas, Öl etc. für viele Deutsche zu einer Notwendigkeit geworden. Und wie lässt sich am meisten Energie einsparen? Indem das Gebäude den neuesten Energiestandards entspricht! Und genau das lässt sich mit einer energetischen Sanierung erreichen. Grund genug, uns die diesbezüglichen Maßnahmen einmal etwas genauer anzusehen.

Was ist eine energetische Sanierung?

Als energetische Sanierung wird die Umrüstung von Altbauten nach den Prinzipien der Energie-Effizienz bezeichnet. Im Zentrum dieser Modernisierung steht die Wärmeenergie, welche für den Betrieb eines jeden Gebäudes erforderlich ist. Das Ziel der energieeffizienten Gebäudesanierung besteht darin, den Aufwand für die Heizung, die Warmwasseraufbereitung und die Lüftung entscheidend zu senken.

In die dafür notwendigen Maßnahmen sind alle Gebäudeteile und thermischen Anlagen einbezogen. Zwar kann eine energetische Sanierung auch als Einzelmaßnahme erfolgen, aber in der Kombination mehrerer Elemente ergibt sich immer ein besserer Effekt. Das betrifft nicht nur die höhere Wärmeeffizienz, sondern auch die Reduzierung der Kosten.

Zu einer Gebäudesanierung nach energetischen Gesichtspunkten sollte also immer ein Gesamtkonzept vorliegen, auch wenn die Modernisierung der Bausubstanz über einen Zeitraum von mehreren Jahren erfolgt. Allein durch die definierte Reihenfolge der Maßnahmen können unsinnige Kosten vermieden werden. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von staatlichen und institutionellen Fördermöglichkeiten auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beteiligt sich sogar an den Kosten für die Planung.

Wichtig zu wissen: Eine energetische Sanierung kommt für ca. 80 % der deutschen Hausbesitzer und Wohnungseigentümer in Betracht, denn 75 % des Gebäudebestands sind Altbauten aus der Zeit vor 1980, und auch in den Folgejahren blieben viele Neubauten unter den energetischen Möglichkeiten.

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Was beinhaltet eine energetische Sanierung?

Die Bausubstanz von Altbauten wird in ihren einzelnen Elementen (Wände, Böden, Fenster, Dach, Keller, Heizungsanlage und Rohrleitungssysteme) und als ganzheitlicher Baukörper auf die Wärmeströme im Haus untersucht, energetische Schwachstellen werden lokalisiert und ein Überblick über die vorrangig zu modernisierenden Gebäudeteile erstellt. Auf dieser Grundlage können gezielt Maßnahmen zur Behebung der Defizite geplant, kombiniert und auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis hin verglichen werden.

Die wichtigsten Maßnahmen der energetischen Sanierung sind:

  • Dämmung (Außen- und Kellerwände, Dach, Böden/Decken)
  • Fenster-/Türsanierung, z. B. Austausch unzureichend isolierter Fenster
  • Heizungsoptimierung

Dazu gibt es noch weitere Vorschläge zur Systemerweiterung, etwa durch Abwärmenutzung, Solarthermie oder Lüftungstechnik.

Oft gelingt es, mit den klassischen Methoden der Gebäudesanierung den Primärenergiebedarf so weit zu senken, dass die Heizanlage geringer dimensioniert werden kann. Dann lassen sich veraltete Heizsysteme auch durch Wärmepumpen, Solarthermen oder Pelletheizungen ersetzen.

Ziel der energetischen Sanierung

Die energetische Sanierung ist immer auch eine Investition in die Zukunft, denn sie trägt zur Wertsteigerung der Immobilie bei. Das Einsparungspotenzial einer energieeffizienten Gebäudesanierung ist konkret auf der jährlichen Heizkosten- und Stromabrechnung ablesbar. Als ungefährer Richtwert quer durch alle Heizungsarten gilt die Absenkung auf ein Drittel der bisherigen Kosten.

In Zahlen heißt das: Als Standardziel einer energetischen Gebäudesanierung ist die Senkung des spezifischen Heizenergieverbrauchs auf wenigstens 115 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr. Mit dieser Kennziffer lassen sich die energetischen Eigenschaften von Gebäuden gut vergleichen, weswegen sie zur Pflichtangabe bei Immobilienverkäufen gehört.

 Fazit

Eine energetische Sanierung ist letztlich weit mehr als „etwas dämmen“ oder die Heizung auszutauschen. Wer sein Haus Schritt für Schritt auf einen zeitgemäßen Stand bringt, senkt den Energiebedarf dort, wo er überhaupt entsteht: in der Gebäudehülle und in der Technik, die Wärme bereitstellt und verteilt. Genau dieses Zusammenspiel entscheidet später darüber, ob es im Winter behaglich bleibt, ohne dass die Kosten davonlaufen – und ob man sich langfristig unabhängiger von Preissprüngen bei Gas, Öl oder Strom macht.
Wichtig ist dabei vor allem der Blick aufs Ganze. Einzelmaßnahmen können sinnvoll sein, doch die volle Wirkung zeigt sich meist erst, wenn Dämmung, Fenster und Heizung aufeinander abgestimmt werden und in einer sinnvollen Reihenfolge erfolgen. Wer erst die Hülle verbessert und dann die Anlage erneuert, kann häufig eine kleinere, effizientere Heizung einsetzen – das spart nicht nur laufende Ausgaben, sondern oft auch bei Anschaffung und Einbau. Ein durchdachtes Sanierungskonzept hilft außerdem, doppelte Arbeiten zu vermeiden und Maßnahmen so zu planen, dass sie zum Haus, zum Zeitplan und zur finanziellen Lage passen.
Am Ende zählt das Ergebnis: weniger Energieverlust, geringere laufende Kosten, mehr Wohnkomfort und eine Immobilie, die am Markt deutlich besser dasteht. Gerade im Bestand steckt enormes Potenzial – und weil es dafür vielfältige Förderprogramme gibt, lohnt sich der genaue Blick doppelt. Wer die energetischen Schwachstellen kennt, Prioritäten klug setzt und die Modernisierung sauber plant, kann den Heizenergieverbrauch spürbar drücken und nähert sich dem Ziel, den spezifischen Verbrauch deutlich zu senken. Damit wird aus einer Sanierung nicht nur ein Technikprojekt, sondern eine Entscheidung, die sich Jahr für Jahr auf der Abrechnung bemerkbar macht – und sich langfristig beim Wert des Hauses auszahlt.

Siehe auch  Ökologische Stromversorgungskosten

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